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Prävention
Um Unfälle bei der Arbeit zu vermeiden, muss jeder Handgriff sitzen. Sicherheit und Gesundheit sollten in der Ausbildung daher nicht zu kurz kommen.
Ansprechpartnerin
Abteilung Sicherheit und Gesundheit (SiGe)
Referat "Berufsbildende Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen"
Tel.: 089 62272-178
Berufsbildende Schulen
Sicherheit und Gesundheit in der Berufsausbildung
Junge Berufseinsteiger und Jugendliche in der Berufsausbildung sind überproportional häufig an Arbeitsunfällen und
Unfällen im Straßenverkehr beteiligt. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern ist ein weltweiter Trend. Mit 18
Jahren sind Jugendliche zwar volljährig, müssen auf dem Weg zum Erwachsen werden aber noch ihre Position in Schule und
Beruf finden.
Jugendliche sollen ihre Ausbildung sicher durchlaufen und gleichzeitig fundiertes Wissen über Arbeit und Gesundheit
erwerben. Dieses Wissen wird entscheidenden Einfluss darauf haben, ob sie den Anforderungen der modernen Arbeitswelt
gewachsen sind. Die Lehrkräfte an Berufsschulen nehmen damit eine zentrale Rolle beim Wissenstransfer im Bereich
Sicherheit und Gesundheit ein. Da diese Kenntnisse nicht nur theoretisch vermittelt werden können, ist die Kooperation
zwischen Schule und Betrieb ebenso erforderlich wie die Zusammenarbeit zwischen den für Bildung und Prävention
Verantwortlichen.
Die zuständigen Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand unterstützen die Einrichtungen bei der Umsetzung von
Präventionsmaßnahmen, sie beraten in allen Fragen rund um Sicherheit und Gesundheit und bieten Seminare zu
verschiedenen Themen der Prävention in berufsbildenden Schulen an. Zu fachspezifischen Ausbildungsinhalten bieten die
Berufsgenossenschaften zahlreiche Medien und Handlungshilfen für die schulische und betriebliche Unterweisung von
Auszubildenden ebenso wie Seminare für Ausbilder und Auszubildende an.
Die Aktion "Jugend will sich-er-leben" ist ein jährlich stattfindender Wettbewerb für
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, der sich an berufsbildende Schulen und deren Schülerinnen und Schüler richtet.
Dieser seit vielen Jahren eingeführte Wettbewerb ist eine gemeinsame Aktion der Berufsgenossenschaften und
Unfallkassen.
Handlungsfelder der Prävention in Berufsschulen
Handlungsfelder der Prävention im Bereich Berufsbildende Schulen sind die Organisation von Sicherheit und
Gesundheitsschutz, Bau und Einrichtung und die Sicherheits- und Gesundheitsförderung. Darüber hinaus bieten
Berufsgenossenschaften berufsspezifische Ausbildungsmaterialien an.
Steigende Anforderungen wie Komplexität der Arbeit, zunehmende Verantwortung, Zeit- und Leistungsdruck und besonders
die Unsicherheit der Zukunft führen häufig zu Stress und hohen psychischen Belastungen mit gesundheitlichen Folgen für
die Betroffenen. In hohem Maße sind dabei Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen betroffen. Das Handbuch Lehrergesundheit soll Lehrkräfte
und Schulleitungen unterstützen, in den Schulen Veränderungsprozesse anzustoßen und erfolgreich zu gestalten, die zu
einer nachhaltigen Förderung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Lehrkräfte und zu einer Verbesserung der
Qualität der Schule insgesamt führen.
Die Gesundheit ist ein zentraler Erfolgsfaktor, denn Wohlbefinden und Leistungsfreude von Lernenden und Lehrenden sind
die wesentlichen Voraussetzungen für gesundes und erfolgreiches Lernen und Arbeiten.
Die Arbeit der Unfallversicherungsträger in Berufsbildenden Schulen wird von der Fachgruppe „Bildungswesen“ der DGUV unterstützt. Unterstützung bei fach- und berufsspezifischen
Fragestellungen bieten auch die anderen Fachgruppen/Fachausschüsse der DGUV.
Prävention in der betrieblichen Ausbildung und in überbetrieblichen Ausbildungsstätten
Junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren, insbesondere diejenigen, die die Berufsschule oder überbetriebliche Ausbildungszentren besuchen, sind für die Prävention eine sehr wichtige Zielgruppe. Deshalb ist die Angebotspalette zur Integration des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in die berufliche Erstausbildung breit:
- Zielgruppen- und themenspezifische Qualifizierungsangebote
- Bereitstellung von (Ausbildungs)materialien und Medien
- Kooperation mit und Einflussnahme auf politische Entscheidungsträger z. B. bei der Integration von Sicherheit und Gesundheit in die Curricula der Ausbildungsordnungen von Ausbildungsberufen
Das Angebot bei den Ausbildungsmaterialien reicht von einzelnen Arbeitsblättern zu bestimmten berufsspezifischen Themen bis hin zur Entwicklung komplexer Ausbildungsmaterialien für Berufsschullehrer und Schüler/innen. Hier einige Beispiele:
- www.nextline.de/..
- www.mmbg.de/..
- www.vbg.de/bildungsstaetten/..
- www.bgw-online.de/..
- www.napofilm.net/...
Verkehrssicherheit
Auszubildende stehen wie alle Arbeitnehmer vom ersten Arbeitstag an unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, auch auf dem Weg zur Arbeit und zurück. Neben diesen sogenannten Wegeunfällen versichert die gesetzliche Unfallversicherung sie aber auch bei Fahrten, die sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit unternehmen.
Junge Arbeitnehmer und Auszubildende haben im Vergleich zu anderen Altersgruppen ein höheres Unfallrisiko im Straßenverkehr. Die 15 und 24jährigen erleiden 22 Prozent aller Wegeunfälle im Straßenverkehr. Sie stellen aber nur etwa 11 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung. Damit sind junge Fahrer die am stärksten gefährdete Altersgruppe im Straßenverkehr. Das zeigen die Statistiken eindeutig:
Die DGUV registrierte 2010 allein bei Auszubildenden 7.652 Arbeits- und Wegeunfälle im Straßenverkehr. In 4.260 Fällen, mehr als der Hälfte der Unglücke, waren PKW-Insassen betroffen. Auszubildende, die mit dem Motorrad oder Moped unterwegs waren, kamen in 723 Fällen zu Schaden. Am dritthäufigsten waren Fahrradfahrer mit 625 Unfällen die Geschädigten. 33 Auszubildende kamen 2010 bei Wege- und Arbeitsunfällen im Straßenverkehr ums Leben.
Vor dem Hintergrund dieser Zahlen müssen Auszubildende ein Bewusstsein für die Risiken im Straßenverkehr entwickeln.
Lehrer in der Berufsschule und Ausbilder im Betrieb können dazu viel beitragen. Hilfe und Informationen dazu bietet die
Kampagne "Risiko raus!" auf ihrer Internetseite www.risiko-raus.de. Unter
www.junges-fahren.de macht der DVR auf junge Fahrerinnen und Fahrer
zugeschnittene Informationsangebote. Informationen und Unterrichtsvorschläge bietet auch www.schule-begleitet-fahren.de.
Weiterführende Informationen
- www.schule-begleitet-fahren.de
- www.dvr.de/..
- www.hast-du-die-groesse.de
- www.risiko-raus.de
- www.junges-fahren.de
Internationale Aktivitäten
Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit dem Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Ausbildung.
Schwerpunkt ist die Integration den Themas in die Ausbildungsinhalte. Um die Erziehung zu Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in Schulen und Hochschulen besser zu verankern sowie bei der Berufsausbildung zu implementieren, muss das Thema in die offiziellen Lehrpläne aufgenommen werden. Der Bericht gibt Beispiele, wie die Mitgliedstaaten die Themen Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit und Risikoerziehung in ihre nationalen Lehrpläne integrieren. Bericht "OSH in the school curriculum: requirements and activities in the EU Member States"
Eine weitere wichtige Zielgruppe, sowohl national als auch international, sind junge Arbeitnehmer auf Grund ihres
hohen Anteils an Arbeits- und Wegeunfällen. Der Bericht „Risikoprävention für junge Arbeitnehmer“ stellt
ein Strategie zum Schutz junger Arbeitnehmer und Maßnahmen, Programme und Kampagnen aus den Mitgliedstaaten
vor.
Bericht "Preventing risks to young workers: policy, programmes and workplace practices"
Sicherheit und Gesundheit in der Berufsausbildung sind auch Gegenstand internationaler Aktivitäten. So werden in der „Internationalen Vereinigung Sozialer Sicherheit“ (IVSS) - die DGUV ist Vollmitglied dieser Vereinigung - grundlegende Vereinbarungen getroffen, die die Strategie der IVSS zur Sicherheit und Gesundheit junger Arbeitnehmer vorstellt, siehe:
- Protokoll von Quebec für die "Integration von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in den Unterricht und die berufliche Bildung"
- die "Berliner Erklärung zur Entwicklung einer Präventionskultur zu Sicherheit und Gesundheit: Von der Schule in den Beruf"
- sowie die "Lissabon Charta", die im Juni 2009 verabschiedet wurde.
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