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Unfallschock

Fahrer, Fahrausweisprüfer sowie Beschäftigte im Wach- und Sicherheitsdienst sind aufgrund ihrer exponierten Tätigkeiten besonders häufig von Ereignissen mit Unfallschock betroffen

Weitere Informationen:

BG der Straßen-, U-Bahnen und Eisenbahnen
Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Alfons Grösbrink

 

Betreuung von Schockverletzten bei der BG Bahnen

Ausgangslage
In den 90er Jahren rückten die psychischen Belastungen bei Fahr- und Servicepersonal von Verkehrsunternehmen, die auf einen Unfallschock zurückzuführen sind, vermehrt ins Bewusstsein der Präventionsexperten der BG BAHNEN. Unfallschocks können beispielsweise dann entstehen, wenn ein Fahrer einen unaufmerksamen Fußänger verletzt, einen Selbstmörder überfährt oder wenn das Fahrdienstpersonal tätlich angegriffen wird.
Die Folgen eines Unfallschocks für die Beschäftigten reichen von einem mehrtägigen Ausfall im Betrieb bis hin zur Fahrdienstuntauglichkeit oder gar Arbeitsunfähigkeit. Auf die Unternehmen kommen Kosten für die Ausfalltage von bis zu 200 Euro pro Tag zu. Die Berufsgenossenschaften tragen die Kosten für die Heilbehandlung und zahlen das Verletztengeld oder die Unfallrente.
Schnelle und sachgerechte psychologische Betreuung schon am Unfallort und auch in den Tagen danach hilft den Betroffenen, das Geschehen zu verarbeiten und ihre Arbeitsfähigkeit zeitnah wieder herzustellen.

Präventionsaktivitäten
Die BG BAHNEN hat in Zusammenarbeit mit Verkehrsunternehmen dafür 1997 ein betriebliches Betreuungskonzept für Schockverletzte entwickelt. Die "Empfehlungen zur Betreuung von Versicherten mit psychischen Beeinträchtigungen aufgrund von Unfallereignissen" werden mittlerweile von fast allen großen Verkehrsbetrieben, aber auch von kleinen Unternehmen (KMU), umgesetzt. Das Konzept setzt auf schnelle und sachgerechte Hilfe für betroffene Versicherte. Ein wesentlicher Baustein ist die Betreuung am Unfallort durch geschulte Kollegen. Aufgabe der Erstbetreuer ist es, die schockverletzte Person zu beruhigen, emotionalen Beistand zu leisten und sie von der Unfallstelle abzuschirmen. Wenn erforderlich, wird die weitere Betreuung durch medizinische oder psychologische Fachkräfte gewährleistet. Diese rasche fachkundige Hilfe kann für die Vorbeugung einer späteren Erkrankung entscheidend sein.

Ergebnisse und Nutzen
Das Konzept zielt auf die Reduzierung von Fehlzeiten und die Vermeidung der vorzeitigen Fahrdienstuntauglichkeit. Im Jahr 2002 wurden der BG BAHNEN 617 Schockunfälle gemeldet, dies entspricht 5,3 Prozent der zu entschädigenden Arbeitsunfälle. Von den 582 abgeschlossenen Fällen konnten 29 Prozent der Betroffenen nach drei Tagen, 57 Prozent nach 10 Tagen und 95 Prozent nach mehr als 42 Tagen ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Das heißt im Ergebnis, dass im Jahr 2002 nicht mehr als 5 Prozent aller Schockunfälle zur Fahrdienstuntauglichkeit geführt haben.
Für die vorhergehenden Jahre wurde keine detaillierte Untersuchung durchgeführt. Übereinstimmende Erfahrungen der Unternehmen und der BG BAHNEN bestätigen aber, dass die Ausfallzeiten und der Anteil der aufgrund eines Schockunfalls dauerhaft fahrdienstuntauglichen Fahrer in der Vergangenheit deutlich höher lagen.
Die betrieblichen Kosten für die Organisation und Schulung der Mitarbeiter sind gering. Leicht höhere Kosten können entstehen, falls anstelle von Kollegen externes Personal für die Krisenintervention eingesetzt wird.
Für die Berufsgenossenschaft entstehen ebenfalls geringe Kosten, da nur Schulungs- und Beratungsleistungen berechnet werden.
Über 88 Prozent der Betroffenen können innerhalb des Entgeltfortzahlungszeitraumes wieder arbeiten. Von 2001 bis 2003 haben sich die Rehabilitationskosten hierfür bei der BG BAHNEN von jährlich 1.082.000 Euro auf 628.000 Euro nahezu halbiert.