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Hautschutz

Einsatz von Kühlschmierstoff - an einer Schleifmaschine

Weitere Informationen
BG Metall Nord-Süd

Frau Dr. Monika Adam

Herr Dr. Bernd Rose

Neues Haut-Verfahren für arbeitsbedingte Hauterkrankungen in Metallbetrieben

Ausgangslage
Die besondere Bedeutung beruflich bedingter Hauterkrankungen im Gewerbezweig Metall zeigt sich in der Häufigkeit der angezeigten Berufskrankheiten - Verdachtsfälle - rund ein Drittel der bei der Süddeutschen Metall-Berufsgenossenschaft eingehenden Anzeigen betreffen Hauterkrankungen. Ursächlich für beruflich bedingte Hauterkrankungen in Metallbetrieben sind der Kontakt mit Schmierstoffen, hauptsächlich wassergemischten Kühlschmierstoffen, Kunst- und Beschichtungsstoffen sowie Gummiprodukten.

Präventionsaktivitäten
Bei der SMBG wurde 1998 ein spezielles "Haut-Verfahren" eingeführt, das heißt ein individuelles, schnelles und effizientes Verfahren zur Einleitung von Hautschutz- und gegebenenfalls Heilbehandlungsmaßnahmen. Hiermit soll eine Manifestation oder Verschlimmerung einer berufsbedingten Hauterkrankung und damit Umsetzung oder Arbeitsplatzverlust für den Mitarbeiter vermieden werden. Eingehende Hautarztberichte werden in Abhängigkeit der betrieblichen Situation, der Erkrankungsschwere und der Präventionsmöglichkeiten nachfolgend eingeteilt:

  • Kategorie 1: Betreuung durch den Betriebsarzt
  • Kategorie 2: Beratung durch die Präventionsdienste
  • Kategorie 3: BK-Verfahren Haut

Das BK-Team-Gespräch steuert die Hautverfahren und gewährleistet durch das Zusammenwirken von Haut-Beratungsarzt, BK-Sachbearbeitung und Präventionsdienst eine auf den Einzelfall optimierte Weiterführung sekundärpräventiver Maßnahmen. In den Fällen, in denen sich auch nach Umsetzung individueller Hautschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz und weiterer sekundärpräventiver Maßnahmen (z.B. Heilbehandlung) keine Besserung oder Abheilung der Beschwerden erreichen lässt, wird ein BK-Verfahren Haut eingeleitet.

Ergebnisse und Nutzen
Das Verfahren gewährleistet eine schnelle Einleitung von individuellen Hautschutzmaßnahmen; in den Kategorie 2-Fällen waren Mitarbeiter der Präventionsdienste in der Regel 6 Wochen nach Eingang des Hautarztberichtes zur Beratung bei den Betroffenen vor Ort. Bei 45 Prozent der durch die Präventionsdienste beratenen Versicherten bestanden bei der Erstberatung keine Hauterscheinungen mehr; jedoch waren knapp 60 Prozent der Versicherten noch in hautfachärztlicher Behandlung - teilweise auch noch unter Kortikoid-Therapie. Nach Abschluss der Beratungen und Kontrolle durch die Präventionsdienste gaben mehr als 90 Prozent der Versicherten eine Besserung bzw. eine völlige Abheilung ihrer Hautbeschwerden an.

Eine Besserung in mehr als 90 Prozent der Fälle ist insgesamt als großer Erfolg zu werten. Im Jahr 2002 mussten von der SMBG noch rund 12 Millionen Euro für berufsbedingte Hauterkrankungen aufgewandt werden, wobei nahezu zwei Drittel der Kosten auf die berufliche Rehabilitation fielen. Die geringe Anzahl von Fällen, die aus den Kategorien 1 und 2 letztendlich in einem BK-Feststellungsverfahren (Kategorie 3) münden, zeigt, dass das Verfahren geeignet ist, durch die rasche Einleitung von Schutzmaßnahmen den Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu halten und kostenintensive Maßnahmen wie Umschulungen zu vermeiden. Zu berücksichtigen ist ferner, dass der mit 90 Prozent zu beziffernde, zeitnahe Heilungserfolg dem Betrieb den durch Erkrankung unmittelbar entstehenden finanziellen Aufwand erspart. Nach Schätzungen konnten durch das "Hautverfahren" bei ca. 4500 Beschäftigten Abheilungen oder deutliche Besserung erreicht werden.