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Weitere Informationen
Bergbau-BG
Hauptverwaltung Prävention
Dr.-Ing. Günter Levin
Berufsgenossenschaftliches Institut für Arbeit und Gesundheit (BGAG)
Dr. Hanna Zieschang
Neues Programm zur Bewältigung und Vermeidung von Rückenerkrankungen im Bergbau
Ausgangslage
Erkrankungen der Wirbelsäule sind die häufigste Ursache für krankheitsbedingte Fehlzeiten bei Arbeitnehmern in der
Bundesrepublik. Der Anteil der Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) aufgrund von Wirbelsäulenerkrankungen liegt in den
Betrieben bei etwa 30%.
Dies gilt auch für den Bergbau. Trotz zunehmender Mechanisierung spielen im untertägigen Steinkohlenbergbau sowohl Hebe- und Tragetätigkeiten als auch Zwangshaltungen bei geringer Arbeitsraumhöhe eine besondere Rolle. Zahlen aus der Mitte der 1990er zeigen, dass aufgrund von Rückenerkrankungen einem Bergwerk mit etwa 3.500 Mitarbeitern jährlich im Durchschnitt 40.000 Schichten verloren gingen. Insgesamt über alle Steinkohlebergwerke im Ruhrgebiet summiert sich das auf ca. 600.000 ausgefallene Schichten pro Jahr.
Empfohlene Präventionsmaßnahmen der Berufsgenossenschaften
Zusammen mit zwei Universitäten und den Mitgliedsbetrieben der Bergbau-Berufsgenossenschaft wurde ein
arbeitsplatzbezogenes Programm zur Bewältigung und Vermeidung von Rückenerkrankungen entwickelt und erfolgreich
erprobt.
Das inzwischen als Programmleitfaden "BBG-Rückenparcours" allen Mitgliedsbetrieben der Bergbau-Berufsgenossenschaft zur Verfügung stehende Programm setzt an drei Stellen an:
bei der Ausbildung von Kraft durch Muskeltraining
am individuellen Bewegungsverhalten bei der Lastenhandhabung
bei der körperlichen, aber auch der innerlichen Haltung, d.h. der persönlichen Einstellung
Ergebnisse und Nutzen
Das allgemeine arbeitsplatzbezogene Programm zur Bewältigung und Vermeidung von Rückenerkrankungen umfasst 24
Übungseinheiten à 90 Minuten. Für den Unternehmer fallen pro Mitarbeiter, der an den Übungen teilnimmt, Kosten von ca.
1.500 Euro an. Bei erfolgreich durchgeführter Maßnahme stehen dem die nicht entgangenen Schichten gegenüber. Eine
ausgefallene Schicht kostet den Unternehmer etwa 200 Euro.
Geht man von einem Bergwerk mit 3.500 Mitarbeitern und 40.000 ausgefallenen Schichten im Jahr aus, so ergibt sich für dieses Bergwerk ein finanzieller Verlust in Höhe von etwa 8 Millionen Euro.
Im ersten Jahr nach Einführung der Maßnahme konnte bei den daran beteiligten Personen nachgewiesen werden, dass sich die Zahl der durch von Wirbelsäulenbeschwerden anfallenden AU-Tage um 70% verringert hatte.
Eine solche Reduzierung bedeutet für das Bergwerk oben genannter Größe eine Einsparung von durchschnittlich 5,6 Mio. Euro. Dem stehen Ausgaben von 5,25 Millionen Euro für die Übungseinheiten aller 3.500 Mitarbeiter gegenüber. Bereits nach einem Jahr hat der Betrieb also etwa 350.000 Euro eingespart. Die Einsparungen vergrößern sich noch in den Folgejahren, da dann die Kosten für die Übungen nicht in gleichem Maße anfallen.
Darüber hinaus schlagen dadurch Einsparungen im Bereich der Heilbehandlung, Rehabilitation und Entschädigung durch die Vermeidung von Wirbelsäulenerkrankungen durch solch ein Präventionsprogramm zu Buche.

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