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Aufschnittschneidemaschine mit Rundmesser
Quelle: Arbeits-Sicherheits-Informationen (ASI) 2.18.1/02, Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten
Weitere Informationen
Internet: Fleischerei-BG
Dipl.-Ing. Henning Krüger
Höhere Sicherheit an Aufschnittschneidemaschinen
Ausgangslage
Schnittverletzungen an Aufschnittschneidemaschinen stellten in Fleischereibetrieben einen Unfallschwerpunkt dar. Im
Jahre 1990 wurden alleine von den Mitgliedsbetrieben der Fleischerei-BG (FBG) fast 5.000 Unfälle an
Aufschnittschneidemaschinen gemeldet, das waren 12,5 Prozent aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle in der
Fleischwirtschaft. Selbst im Stillstand können Aufschnittschneidemaschinen gefährlich sein. So ereigneten sich circa 14
Prozent der Unfälle während der Reinigung der Maschinen bei still stehendem Schneideblatt.
Präventionsaktivitäten der FBG
Über den Fachausschuss Fleischwirtschaft wurden mit Herstellern und Betreibern neue sicherheitstechnische Vorrichtungen
entwickelt. Diese fanden Eingang in die Unfallverhütungsvorschrift VBG 19 "Fleischereimaschinen" (ab 2004 auch in die
BGR 229 "Arbeiten in der Fleischwirtschaft"), die mit einer fünfjährigen Übergangsfrist umzusetzen war. Die
sicherheitstechnischen Neuerungen mündeten auch in die Erarbeitung der Norm DIN EN 1974 ein. Diese Europäische Norm,
die in das deutsche Normenwerk übernommen wurde, konkretisiert die gesetzlichen Anforderungen für
Aufschnittschneidemaschinen mit Rundschneidemessern von mindestens 170 mm Durchmesser: Danach wurde der Daumenschutz
auf 150 mm verbreitert; eine Zwangsführung des Restehalters wurde vorgegeben, so dass er zum Aufschneiden der letzten
60 mm des Schneidegutes zwangsläufig in Schutzstellung gebracht wird. Eine Sicherung der Messerschneide des nicht zum
Schneiden benutzten Teils des Rundmessers durch einen feststehenden Messerschutzsteg wurde eingerichtet und schließlich
stellt eine Verriegelung der Anschlagplatte mit der Reinigungsstellung des Schlittens (Null-Stellung) sicher, dass beim
Reinigen auch der zum Schneiden benutzte Teil des Rundmessers durch die Anschlagplatte abgedeckt wird.
Ergebnisse und Nutzen
Dank der eingeführten sicherheitstechnischen Vorrichtungen konnte die Zahl der Schnittverletzungen in den
Mitgliedsbetrieben der Fleischerei-BG auf circa 2.550 Fälle im Jahr 2000 reduziert werden. Die Anzahl der Unfälle pro
1000 Beschäftigte, das heißt die 1.000-Mann-Quote, ging um mehr als 50 Prozent zurück. Selbst anfänglich skeptische
Unternehmer äußern sich inzwischen bei Fortbildungsveranstaltungen und auf Innungsversammlungen sehr positiv über die
getroffenen Maßnahmen.
Die Umrüstung einer Aufschnittschneidemaschine kostet den Unternehmer circa 500 Euro. Bei Neuanschaffung unter Inzahlungnahme der alten Maschine entstehen Kosten in der Größenordnung von circa 2.500 Euro. Die sicherheitstechnischen Verbesserungen bei neuen Aufschnittschneidemaschinen hatten keine Auswirkungen auf den Anschaffungspreis. Seit 1990 gibt es nur noch Aufschnittschneidemaschinen im Handel, die den neuen Standards entsprechen. Den Kosten einer Umrüstung oder Neuanschaffung stehen neben der großen Zahl verhinderter Unfälle auch konkrete Einsparungen gegenüber: Die Unternehmer verzeichnen geringere Fehlzeiten und die FBG verzeichnet geringere Ausgaben vor allem im Bereich der Rehabilitation.

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